
Die ältesten Spezialmaschinen zur Hangbewirtschaftung sind die Motormäher. Sie können bis zu einer Hangneigung von rund 60 % eingesetzt werden. Sehr leichte Typen mit Spaten- oder Gitterrädern können beim Mähen Hangneigungen von bis zu 80 % bewältigen.

Motor
Die Motorleistung der Motormäher bewegt sich zwischen 4,0 und 15 kW. Der Trend geht eindeutig zum luftgekühlten Viertakt-Benzinmotor mit einem oder zwei Zylindern. Zweitakt-Benzinmotoren haben auf Grund der schlechteren Abgaswerte und des höheren Kraftstoffverbrauches stark an Bedeutung verloren. Einige Hersteller bieten auch Mäher mit Dieselmotor an. Das Starten erfolgt über einen Rückholstarter, nur leistungsstärkere Motoren sind mit einem Elektrostarter ausgerüstet.
Fahrantrieb
Mäher mit mechanischen Getrieben verfügen über Wechsel- oder Wendegetriebe. Die Wechselgetriebe haben ein, zwei oder drei Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang. Sehr einfache Mäher sind nur mit einem Vorwärtsgang ohne Rückwärtsgang ausgestattet. Die Wendegetriebe haben zwei, drei oder vier Gänge, wobei bei den Vier- und Dreiganggetrieben der vierte bzw. dritte Rückwärtsgang meist gesperrt ist. Der Antrieb der Achse erfolgt über Triebling und Tellerrad oder über einen Schneckentrieb. Einzelne Mäher besitzen Kriechgänge für den Antrieb von Gartengeräten, Schneefräsen und ähnlichen Geräten. Die Fahrgeschwindigkeit der Mäh- und Rückwärtsgänge liegt zwischen 1 und 6 km/h. Ist ein spezieller Gang für Straßenfahrten vorhanden, so liegt die maximale Fahrgeschwindigkeit zwischen 9 und 12 km/h.
In den letzten Jahren nimmt aber die Bedeutung von hydrostatischen Fahrantrieben immer mehr zu. Die stufenlose Regelung der Fahrgeschwindigkeit und die Möglichkeit, den Mäher mit einer komfortablen Lenkeinrichtung auszustatten, verbessern den Bedienungskomfort wesentlich. Es finden Axial- oder Radialverstell-Kolbenpumpen Verwendung. Der Antrieb der Räder erfolgt entweder über einen Hydraulikmotor, der die Achse antreibt oder über einen Motor für jedes Rad. Dem Ölmotor ist mitunter ein Untersetzungsgetriebe (Planetengetriebe) nachgeschaltet. Die maximal möglichen Geschwindigkeiten sind gleich wie bei Schaltgetrieben.
Lenkung
Bei den einfacheren, kleineren und leistungsschwächeren Mähern erfolgt die Lenkung durch Ziehen an den Lenkholmen. Sie verfügen in der Regel über eine starre Achse. Ein entsperrbares Differential bei Motormähern mit mechanischem Fahrantrieb erleichtert das Lenken. Als spezielle Lenkhilfseinrichtungen werden auch Lenkbremsen oder Lenkbremskupplungen angeboten. Bei Lenkbremskupplungen wird durch die Betätigung des Handhebels wie bei der Lenkbremse ein Rad abgebremst, gleichzeitig wird aber der Antrieb des betreffenden Rades durch eine Kupplung unterbrochen.
Die Lenkung bei Motormäher mit hydrostatischen Fahrantrieben erfolgt entweder durch Handhebel an den Führungsholmen oder durch leichten seitlichen Druck am Lenkholm direkt. Diese Art der Lenkung erleichtert die Bedienung des Mähers entscheidend und stellt eine der elegantesten Lösungen dar.
Achse und Bereifung
Die Spurbreite der Motormäher liegt zwischen 400 und 1600 mm. Schwerere Mäher verfügen über in Längsrichtung verstellbare Achsen. Dadurch kann die Lage der Achse im Bezug auf den Massenschwerpunkt und damit die Auflagekraft des Mähbalkens verstellt werden, wodurch ebenfalls der Bedienungskomfort verbessert wird. Die Mäher werden mit Standardreifen mit Ackerschlepperprofil (z. B.: 4.00-8; 5.00-10) oder Terrareifen (z. B.: 16x6.50-8, 21x11.0-8) ausgestattet, für sehr steile Flächen können sie zusätzlich mit Doppelreifen oder Gitterrädern ausgerüstet werden. Für die Rasenpflege stehen auch Reifen mit speziellen Rasenprofilen zur Verfügung.
Bremsen
Jeder Mäher muss mit einer Einrichtung gegen unbeabsichtigtes Abrollen am Hang ausgestattet sein. Wird durch den Fahrantrieb (Schneckentrieb oder Hydrostat) ein unbeabsichtigtes Abrollen verhindert, so kann auf eigene Feststelleinrichtung verzichtet werden. Die Feststellbremse wird als Trommel- oder Bandbremse ausgeführt, daneben werden aber auch Getriebe- oder Achssperren verwendet.
Lenkholme
Mit ihnen wird der Mäher geführt und sie tragen die Bedienungselemente. Sie können in Höhe und Breite der Bedienungsperson angepasst werden. Sie müssen eine gute Schwingungsdämpfung aufweisen, um die Belastung der Bedienungsperson durch Hand-Arm-Schwingungen zu verringern.
Arbeitsgeräte
Zum Mähen von Futter werden die Mäher mit einem Finger- oder einem Doppelmesserbalken ausgestattet. Die Arbeitsbreite beträgt bei den Fingerbalken zwischen 1,2 m und 2,5 m und bei Doppelmessermähwerken zwischen 1,2 m und 2,0 m. Zum Wenden und Schwaden von Mähgut kann an leistungsstärkere Motormäher auch ein Bandrechwender angebaut werden. Weitere Zusatzgeräte sind beispielsweise einachsige Anhänger, Rundballenpressen, Rundballenwickelmaschinen, Bodenfräsen sowie Kreisel- und Pendeleggen. Für Kommunal- und Landschaftspflegearbeiten können sie beispielsweise mit Mulchbalken, Schlegelmäher, Rasenmäher, Straßenkehrgerät, Schneepflug, Schneefräse oder Sand- bzw. Salzstreuer ausgerüstet werden.
Sicherheitstechnische und ergonomische Aspekte
Im praktischen Einsatz kam es immer wieder vor, dass unter ungünstigen Umständen die Bedienungsperson vom Motormäher überrollt oder eingeklemmt wurde. Deshalb müssen die Motormäher heute mit einer Totmannschaltung ausgerüstet sein, die den Motor abstellt, sobald die Bedienungsperson beide Lenkholme loslässt.
Bei zahlreichen Mähern wird gleichzeitig mit der Kupplung die Bremse betätigt, wodurch das Wegrollen des Mähers während des Gangwechselns verhindert und das Unfallrisiko vermindert wird.
Die körperliche Belastung und Beanspruchung der Bedienungsperson ist hoch und hängt wesentlich auch von den Einsatzbedingungen ab. Die Belastung durch Hand-Arm-Schwingungen ist erheblich, die zu einem wesentlichen Teil vom Mähbalken verursacht werden. Doppelmesserbalken verursachen in der Regel eine geringere Schwingungsbelastung als Fingerbalken. Ein weiteres Problem stellt die Lärmemission dar. Messungen haben gezeigt, dass die Lautstärke am Ohr der Bedienungsperson bei eingeschaltetem Mähwerk im Bereich von 85 - 97 dB(A) liegt.
Lenkeinrichtung, Schwingungsdämpfung und Lärmemission sind im wesentlichen für den Bedienungskomfort verantwortlich. Das Entwicklungspotential auf diesem Gebiet ist noch nicht ausgeschöpft.
Geprüfte Motormäher und Motorheuer
Die Planung und Durchführung von Gebrauchswertprüfungen, die Weiterentwicklung von Prüfmethoden und Prüfrichtlinien und die Erstellung der Prüfberichten ist ein Aufgabenbereich der BLT Wieselburg. Die Prüfberichte der an der BLT geprüften Motormäher und Motorheuer können als PDF-Dateien kostenlos auf ihren Computer heruntergeladen werden.

Darüber hinaus erfolgt eine internationale Kooperation bei der Prüfung von Landmaschinen im Rahmen von ENTAM (European Network for Testing of Agricultural Machines).
Weitere Informationen können bei Herrn Ing. Josef Wippl per E-Mail oder über die Fax-Nummer +43 (7416) 52175-45 angefordert werden.