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Zweiachsmäher

Charakteristisch für Zweiachsmäher ist eine annähernd quadratische Aufstandsfläche mit sehr tiefer und zentraler Schwerpunktlage. Zweiachsmäher können daher bis zu einer Hangneigung von rund 60 - 65 % eingesetzt werden.

Es können zwei grundsätzliche Bauarten unterschieden werden. Bei der einen Bauart bestehen die Zweiachsmäher aus den beiden Achsen, die mit einem Zentralrohr verbunden sind. Motor, Getriebe und Kabine sind auf der Hinterachse bzw. am Zentralrohr montiert. Die Vorderachse ist mit dem Zentralrohr drehbar verbunden. Die andere Bauart verfügt über einen Rahmen, an dem die Vorderachse pendelnd aufgehängt ist und die Endtriebe für die Hinterräder montiert sind. Motor, Getriebe und Kabine sind ebenfalls am Rahmen montiert.

Zweiachsmäher werden bis zu einer Hangneigung von 60 - 65 % eingesetzt

Motor

Bei den verwendeten Motoren handelt es sich um wassergekühlte Viertakt-Dieselmotoren mit drei oder vier Zylindern, die teilweise mit Turboladern ausgestattet sind. Die Nennleistung beträgt zwischen 20 und 60 kW. Die Nenndrehzahl bewegt sich zwischen 2.500 und 3.000 U/min. Das maximale Drehmoment liegt zwischen 74 und 300 Nm bei einer Motordrehzahl von 1.400 bis 2.300 U/min. Der Drehmomentanstieg beträgt bis zu 26 %.

Elektrische Anlage

Das elektrische System arbeitet mit 12V. Es werden Drehstromlichtmaschinen mit 40-90 A eingesetzt. Die Kapazität der Batterie beträgt 66-100 Ah.

Fahrantrieb

Moderne Zweiachsmäher besitzen in der Regel getrennte Kupplungen für den Fahr- und Zapfwellenantrieb (lastschaltbare Zapfwellen). Mechanische Getriebe sind vorwiegend als Wendegetriebe oder Gruppenwendegetriebe mit 4 bzw. 5 oder 8 bzw. 10 oder 12 Vorwärts- und Rückwärtsgängen ausgeführt. Leistungsstärkere Typen werden auch mit Kriechganggruppe angeboten. Die Wendegetriebe sind durchwegs synchronisiert, die Gruppengetriebe dagegen häufig nicht.
Die Bedeutung von hydrostatischen Fahrantrieben mit Verstellpumpe und Verstellmotor nimmt zu. Häufig ist dem hydrostatischen Antrieb ein zweistufiges mechanisches Getriebe vor- oder nachgeschaltet. Der wesentliche Vorteil des hydrostatischen Fahrantriebes, die stufenlose Geschwindigkeitsregelung, ermöglicht eine optimale Anpassung der Fahrgeschwindigkeit im Gelände und bei der Arbeit, häufige Schaltvorgänge fallen weg. Der Fahrhebel ist bei diesen Fahrzeugen meist als Multifunktionshebel ausgeführt, sodass neben der Geschwindigkeitsregelung auch andere Funktionen wie Hubwerkbetätigung und wählen der Lenkungsart ausgeführt werden können, wodurch der Bedienungskomfort und zum Teil auch die Sicherheit am Hang erhöht werden.
Zweiachsmäher verfügen grundsätzlich über einen Allradantrieb. Der Antrieb der Vorderachse kann abgeschaltet werden. Leistungsstärkere Zweiachsmäher verfügen über einen permanenten Allradantrieb mit sperrbarem Längsdifferential. Die Höchstgeschwindigkeit liegt zwischen 20 und 40 km/h.

Achsen

Es werden Portalachsen oder Achsen mit Planetengetriebe als Endtriebe verwendet. Das Differential in der Vorder- und Hinterachse ist sperrbar. Die Differentialsperren sind teilweise vorwählbar und werden häufig elektromagnetisch geschaltet. Die Sperre des Differentials wird dann durch eine Kontrollleuchte am Armaturenbrett angezeigt.

Bremse

Bei den Betriebsbremsen handelt es sich um hydraulisch betätigte und zum Teil mit Bremskraftverstärkern ausgestattete Trommelbremsen. Es bestehen zwei Bremskreise. Teilweise wird der Allradantrieb automatisch zugeschaltet, wenn die Bremse betätigt wird. Die Feststellbremse wirkt auf die Hinterräder oder auf alle vier Räder, sie wird mechanisch betätigt. Die Lenkbremse kann mit der Feststellbremse kombiniert sein.

Lenkung

Die Lenkung erfolgt hydrostatisch unterstützt oder hydrostatisch. Neben der Frontlenkung verfügen Zweiachsmäher häufig über eine Heck-, Allrad- oder sogenannte Hundeganglenkung. Zwischen den Lenkungsarten kann teilweise während der Fahrt gewechselt werden. Der Wendekreisdurchmesser bewegt sich bei Frontlenkung zwischen 7,2 und 11,6 m und bei Allradlenkung zwischen 5,8 und 6,9 m.

Zapfwelle

Die Zweiachsmäher sind vorwiegend front- und heckseitig mit einer Motorzapfwelle ausgestattet. Sie sind bei den leistungsschwächeren Zweiachsmähern zum Teil nicht unter Last schaltbar und nicht unabhängig voneinander verwendbar. Die Zapfwellenkupplung ist als Einscheiben-, Zweischeiben- oder Lamellenkupplung ausgeführt.. Die Drehzahl beträgt 540, 750 oder 1000 U/min. Die Zapfwellen der leistungsstärkeren Zweiachsmäher verfügen in der Regel über 2 oder 3 Drehzahlbereiche. Einige Typen werden auch mit Wegzapfwelle angeboten.

Hubwerk

Ein moderner Zweiachsmäher verfügt sowohl über ein Dreipunkt-Fronthubwerk als auch über ein Dreipunkt- Heckhubwerk. Das an der Vorderachse montierte Fronthubwerk kann mit einer Einrichtung ausgestattet sein, die das hydraulische Verschieben des Anbaugerätes seitlichermöglicht. Die Unterlenker des Fronthubwerkes sind meist starr und mit einem Schnellkuppelsystem ausgerüstet. Bei den leistungsfähigeren Zweiachsmähern können die Hubwerke auch durch Tastschalter an der Front- oder Heckseite des Zweiachsmähers bedient werden. Mechanische oder hydraulische Geräteentlastungssysteme, welche einen Teil des Anbaugerätegewichtes auf die Achse übertragen, gehören bei vielen Fahrzeugen schon zur Standardausrüstung und erhöhen die Hangtauglichkeit beträchtlich. Die maximale durchgehende Hubkraft bewegt sich zwischen 8 und 15 kN (BLT).

Bereifung

Zweiachsmäher werden durchwegs mit Terrareifen (z. B.: 31x15.50-15, 26x12.00-12) ausgerüstet. Für extreme Hanglagen können Doppelreifen verwendet werden.

Kabine

Die Ausstattung reicht von offenen Kabinen (Fahrerschutzrahmen) mit einer Windschutzscheibe bis zu mit einer Klimaanlage ausgestatteten Kabinen. Die seitliche Neigung des Sitzes kann bei einigen Zweiachsmähern manuell oder automatisch der Hangneigung angepasst werden, so dass der Fahrer gerade sitzen kann. Bei der Ausstattung der Fahrerkabinen ist noch Entwicklungspotential vorhanden, sie ist nicht vergleichbar mit neueren Traktorkabinen.

Masse und Gewichte

Die Masse der Zweiachsmäher bewegt sich zwischen 900 und 2000 kg. Das höchstzulässige Gesamtgewicht liegt zwischen 18 und 30 kN. Die zulässigen Achslasten betragen bei der Vorderachse 12 - 18 kN und bei der Hinterachse 12-19 kN.

Arbeitsgeräte

Zum Mähen von Futter werden Doppelmesser- oder Scheibenmähwerke verwendet. Die Arbeitsbreite der Doppelmessermähwerke beträgt 2,0 bis 2,5 m und die der Scheibenmähwerke 1,7 bis 2,5 m. Zum Wenden werden Bandrechwender oder Kreiselzettwender angebaut. Das Schwaden erfolgt mit dem Kreiselschwader oder dem Bandrechwender. Für Arbeiten wie Bodenbearbeitung oder Transportarbeiten sind Zweiachsmäher weniger geeignet.
Für Kommunal- und Landschaftspflegearbeiten können Zweiachsmäher beispielsweise mit einem Schlegelmäher, einem Straßenkehrgerät, einem Schneepflug, einer Schneefräse, einem Sand- bzw. Salzstreuer, einem Rasenmäher oder anderen Rasenpflegegeräten ausgerüstet werden.

Sicherheitstechnische und ergonomische Aspekte

Ein erhebliches Problem stellt bei zahlreichen Zweiachsmähern die Lärmemission dar. Messungen der BLT haben gezeigt, dass die Lautstärke am Ohr der Bedienungsperson je nach Ausstattung der Kabine und Hersteller im Bereich von 82-98 dB(A) liegt.

Geprüfte Zweiachsmäher und Mähtraktore

Die Planung und Durchführung von Gebrauchswertprüfungen, die Weiterentwicklung von Prüfmethoden und Prüfrichtlinien und die Erstellung der Prüfberichten ist ein Aufgabenbereich der BLT Wieselburg. Die Prüfberichte der an der BLT geprüften Zweiachsmäher und Mähtraktore können als PDF-Dateien kostenlos auf ihren Computer heruntergeladen werden.

Zweiachsmäher im Praxiseinsatz

Darüber hinaus erfolgt eine internationale Kooperation bei der Prüfung von Landmaschinen im Rahmen von ENTAM (European Network for Testing of Agricultural Machines).


Weitere Informationen können bei Herrn Ing. Josef Wippl per E-Mail oder über die Fax-Nummer +43 (7416) 52175-45 angefordert werden.


 

 
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