
Die Transporter werden hauptsächlich für Arbeiten wie Heimtransport des Erntegutes, Ausbringen von Wirtschaftsdüngern und Transport von Betriebsmitteln eingesetzt. Daneben kann der Transporter beispielsweise mit einem an der Fronthydraulik angebauten Mähwerk zum Mähen oder mit einem angehängten Kreiselheuer zum Zetten und Wenden verwendet werden.
Die Einsatzgrenze der mit einem Ladegerät ausgerüsteten Transporter liegt bei der Fahrt in Schichtenlinie bei rund 45 % und bei der Fahrt in Falllinie bei rund 60 %.
Wie beim Zweiachsmäher können auch bei den Transportern zwei grundsätzliche Bauarten unterschieden werden. Bei der ersten Bauart sind der Motor, das Schaltgetriebe und die Vorderachse zu einer Einheit verschraubt. Diese Einheit ist mit dem Zentralrohr, welches mit der Hinterachse verschraubt ist, drehbar verbunden. Die Kabine ist auf der vorderen Einheit montiert. Hinterachse und Zentralrohr tragen die Aufbaugeräte. Die zweite Bauart verfügt über einen vorderen Rahmen, der Motor, Schaltgetriebe, Vorderachse und Kabine trägt. Dieser ist mit dem hinteren Rahmen, mit dem die Hinterachse verschraubt ist, drehbar verbunden. Der hintere Rahmen trägt die Aufbaugeräte.

Motor
Es werden wassergekühlte Viertakt-Dieselmotoren mit drei, vier oder fünf Zylindern, die teilweise mit Turbolader ausgestattet sind, verwendet. Ihre Nennleistung bewegt sich zwischen 28 und 67 kW. Die Nenndrehzahl beträgt zwischen 2.250 und 2.880 U/min. Das maximale Drehmoment liegt zwischen 120 und 300 Nm bei einer Motordrehzahl von 1.200 bis 2.500 U/min. Der Drehmomentanstieg beträgt bis zu 31 %. Der Trend geht eindeutig zu elastischen Motoren mit hohem Drehmoment auch im unteren Drehzahlbereich. Die praktische Erfahrung hat gezeigt, dass solche Motoren für diesen Fahrzeugtyp bestens geeignet sind.
Elektrische Anlage
Das elektrische System arbeitet mit 12V. Es werden Drehstromlichtmaschinen mit 45-90 A eingesetzt. Die Kapazität der Batterie beträgt in der Regel 88 Ah.
Fahrantrieb
Die Transporter sind in der Regel mit Gruppenwendegetrieben mit 8, 12 oder 16 Vorwärts- und 4, 8, 12 oder 16 Rückwärtsgängen ausgestattet. Einige Typen werden mit Kriechganggruppe angeboten. Die Wendegetriebe sind durchwegs synchronisiert, die Gruppengetriebe dagegen nicht immer. Die Höchstgeschwindigkeit bewegt sich in der Regel zwischen 30 und 40 km/h. Es werden aber auch Versionen mit 50 km/h Höchstgeschwindigkeit angeboten.
Transporter verfügen entweder über einen abschaltbaren Antrieb der Vorderachse oder über einen permanenten Allradantrieb mit sperrbarem Längsdifferential.
Achsen
Es werden Portalachsen oder Achsen mit Planetengetriebe als Endtriebe verwendet. Das Differential in der Vorder- und Hinterachse ist sperrbar. Die Differentialsperren sind meist vorwählbar und werden teilweise elektromagnetisch geschaltet. Die Sperre des Differentials wird dann durch eine Kontrollleuchte am Armaturenbrett angezeigt.
Leistungsstärkere Transporter werden mit Einzelradfederung angeboten, wobei entweder nur die Vorderräder oder alle Räder gefedert sind. Mechanische Federungssysteme müssen mit einer Verriegelung ausgestattet sein, damit die Federung bei Fahrten am Hang ausgeschaltet werden kann. Hydropneumatische Federungssysteme sind mit einer Niveauregelung ausgestattet, die bei Gewichtsverlagerungen während der Fahrt am Hang nachregelt. Auch die Kabinenfederung wird bei einigen Typen angeboten.
Bremse
Bei den Betriebsbremsen handelt es sich um hydraulisch betätigte Zweikreisbremsen, mit oder ohne Bremskraftverstärker, die auf alle vier Räder wirken. Sie sind als Trommel- oder Scheibenbremsen ausgeführt.
Die Feststellbremse wirkt auf die Hinter- oder Vorderräder oder auf alle vier Räder. Sie wird mechanisch oder mechanisch-hydraulisch betätigt. Es werden auch Getriebe- und Kardanwellenbremsen verwendet.
Lenkung
Die Lenkung erfolgt hydrostatisch. Neben der Frontlenkung wird auf Wunsch auch Allradlenkung angeboten. Der Wendekreisdurchmesser der Transporter bewegt sich bei Frontlenkung zwischen 10,8 und 13,7 m.
Zapfwelle
Die Transporter sind heckseitig mit einer Motorzapfwelle ausgestattet. Auf Wunsch werden auch Front- und Zwischenachszapfwelle angeboten. Die Zapfwellenkupplung ist als Einscheiben-, Zweischeiben- oder Lamellenkupplung ausgeführt. Die Drehzahl beträgt in der Regel 540 U/min, auf Wunsch auch 1000 U/min. Einige Typen werden auch mit Wegzapfwelle angeboten.
Hubwerk
Transporter können front- und heckseitig mit einem Dreipunkt-Hubwerk oder frontseitig mit einer Anbauplatte ausgerüstet werden.
Bereifung
Bei den Transportern werden vorwiegend Reifen mit Ackerschlepperprofil verwendet. Doppelbereifung hinten ist für den Hangeinsatz unbedingt erforderlich.
Kabine
Die Ausstattung reicht von offenen Kabinen mit einer Windschutzscheibe bis zu mit einer Klimaanlage ausgestatteten Kabinen.
Masse und Gewichte
Die Masse der Transporter mit aufgebautem Ladegerät bewegt sich zwischen 3.220 und 4.200 kg. Das höchstzulässige Gesamtgewicht liegt zwischen 42 und 75 kN.
Arbeitsgeräte
Als Aufbaugeräte stehen Ladegeräte (Fassungsvermögen 8-18 m3), Stallmiststreuer, Güllefässer, Ladepritschen und Kipper zur Verfügung. Die verschiedenen Aufbaugeräte können durch die Verwendung von Schnellverschlüssen von einer Person rasch gewechselt werden.
Für Kommunal- und Landschaftspflegearbeiten können Transporter beispielsweise mit einem Ladekran, einem Straßenkehrgerät, einem Schneepflug, einer Schneefräse oder einem Sand- bzw. Salzstreuer ausgerüstet werden.
Sicherheitstechnische und ergonomische Aspekte
Ein erhebliches Problem stellt bei zahlreichen Transportern die Lärmemission dar. Messungen der BLT haben gezeigt, dass die Lautstärke am Ohr der Bedienungsperson je nach Ausstattung der Kabine und Hersteller im Bereich von 83 - 91 dB(A) liegt.
Auf Grund der ungünstigen Position des Fahrersitzes stellen Ganzkörperschwingungen eine erhebliche Belastung dar. Durch die Federung der Transporter bzw. der Kabine und die richtige Auswahl des Fahrersitzes kann die Belastung deutlich verringert werden.
In den letzten Jahren erfolgte eine ständige Erhöhung der höchstzulässigen zulässigen Gesamtgewichte. Der Feststellbremse bei Transportern als Sicherheitseinrichtung kommt daher immer mehr Bedeutung zu.
Geprüfte Transporter bzw. Motorkarren
Die Planung und Durchführung von Gebrauchswertprüfungen, die Weiterentwicklung von Prüfmethoden und Prüfrichtlinien und die Erstellung der Prüfberichten ist ein Aufgabenbereich der BLT Wieselburg. Die Prüfberichte der an der BLT geprüften Transporter bzw. Motorkarren können als PDF-Dateien kostenlos auf ihren Computer heruntergeladen werden.

Darüber hinaus erfolgt eine internationale Kooperation bei der Prüfung von Landmaschinen im Rahmen von ENTAM (European Network for Testing of Agricultural Machines).
Weitere Informationen können bei Herrn Ing. Josef Wippl per E-Mail oder über die Fax-Nummer +43 (7416) 52175-45 angefordert werden.